African Prize for Knowledge 2017

Gewinner APK 2016
März 8, 2018

Im großen Saal der Villa Leon in Nürnberg trafen sich am Samstag, den 16.09.2017, von 14:00 bis 19:00 Uhr Mitbürger und Mitbürgerinnen der afrikanischen Gemeinde zu einer kleinen Feierlichkeit zusammen. Der Anlass war die Verleihung des 3. „Afrikanischen Preises für Wissen“ an Schülerinnen und Schüle, die das Schuljahr 2016/2017 mit überdurchschnittlicher schulischer Leistung abgeschlossen hatten.

Diese Preisverleihung ist eine Initiative, die aus dem Kamerunischen Kreis Mittelfranken (KKMF e.V.) entstand. Die Arbeitsgruppe um den Dipl. Ing. Merlin Tonka hat das ehrgeizige Ziel, die Bildung von Kindern afrikanischer Herkunft zu fordern und zu fördern. Das Team möchte die außergewöhnlichen Leistungen von Schülern und Schülerinnen aller Schularten in Bayern mit Preisen würdigen und belohnen. Damit sollen die SchülerInnen einerseits erkennen, dass Ihre Anstrengungen anerkannt werden und anderseits sollen sie dazu ermutigt werden, stets die Exzellenz als Ziel zu haben. Für die diesjährige Preisverleihung hatten 24 SchülerInnen die Hauptbedingungen, neben der afrikanischen Herkunft noch eine Durchschnittsnote von mindestens 2,3 zu haben, erreicht.

Grandioser Empfang

Bereits ab 13:45 Uhr sind die ersten Gäste in das Foyer angetroffen, in dem sie vom charmanten Empfangspersonal mit Sekt, Wasser und Säften empfangen wurden. Nach diesem Empfang bat der Moderator, Dipl. Ing. Alain Kiampi Lepatio, die Gäste Platz zu nehmen. Der Saal mit ca. 180 Sitzplätzen war bis zu 86% belegt. Kleine Kinder durften noch im Foyer unter Aufsicht weiterspielen.

„Unsere Kinder brauchen Anerkennung, Motivation, Vorbild wonach sie träumen können“.

Um ca. 14:30 Uhr übernahm der Moderator das Wort und rief den Vorsitzenden des KKFM e.V. für ein Grußwort auf. Herr Valery Donfack begrüßte die Gäste und schilderte die Vereinsaktivitäten. Zu den Aktivitäten gehören u.a. das Kinderevent, das Business-Forum und viele Veranstaltungen und Vorträge über Wirtschaft, Bildung und Beruf.

Anschließend kam Herr Michel Nguenkam auf die Bühne, um die Geschichte des „Afrikanischen Preises für Wissen“ zu erläutern. Im ersten Teil seiner Rede erzählte er über die Bedeutung und Sinnhaftigkeit dieser Veranstaltung. Herr Nguenkam versuchte zuerst die Aufmerksamkeit des Publikums zu steigern, indem er die asiatische Gemeinde in Sache Bildung in Deutschland als Beispiel darstellte. Schülerinnen und Schüler mit asiatischer Herkunft gehören zu den Besten der Besten, obwohl die Eltern kaum Deutsch sprechen. Die meisten sind Restaurant-/Imbiss-Betreiber und kommen in der Regel erst nach 23:00 Uhr nach Hause. Trotzdem sind die Kinder in der Schule sehr fleißig. Doch warum sind die afrikanischen Schüler nicht so erfolgreich? Der Redner Michel Nguenkam bekräftigte, dass die Afrikaner ihre Opferrolle loswerden müssen. Er stellte die Frage: Woran können unsere Kinder scheitern?

„Mangel an Motivation, an Vorbildern, zahlreichen Klischees und Vorurteile, in den Medien, in der Gesellschaft und auch in den Schulen sind Faktoren, die die Bildung unserer Kinder hier ernsthaft gefährden“.

Er ist der Meinung, die afrikanischen Kinder seien Intelligent genug wie die Kinder aus anderen Kreisen und er glaubt daran, dass die Gemeinde diese Herausforderung zukünftig besser meistern wird.

„Unsere Kinder brauchen Anerkennung, Motivation, Vorbilder, denen sie nachstreben können“.

Die Arbeitsgruppe der Initiative um Merlin Tonka, Alain Kiampi, Johnson Fapong, Michel Nguenkam und viele andere Unterstützer möchte bei diesen Preisverleihungen genau das erreichen.

Die erste Veranstaltung fand 2015 statt, zu der nur 3 Kinder einen Preis gewonnen hatten. Im Jahr 2016 hatte sich die Zahl der Kinder verdoppelt. Die Besonderheit hier war, dass nur Gymnasiasten mit der Durchschnittsnote 2,3 ausgezeichnet werden konnten.

2017 haben sich 26 Kinder für den Preis qualifiziert. Die Bewerbungskriterien wurden auf alle Schularten ausgebreitet.

Michel verwies am Ende seiner Rede auf die Gemeinnützigkeit des Vereins und bat die Gäste diese Aktion durch Spenden weiter zu unterstützen.

Nach der Rede von Michel Nguenkam kam unsere erste Gastrednerin zu Wort, nämlich Frau Dr. Pierrette Herzberger-Fofana. Sie ist Gymnasiallehrerin und Lehrbeauftragte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen. Frau Herberger-Fofana ist sozial sehr engagiert und ist seit 2005 Stadträtin in Erlagen.

Als Frau Dr. Pierrette Herzberger-Fofana nach vorne kam, rief sie zuerst alle Kinder in dem Saal nach vorne. Sie teilte mit uns die Erfahrung, die sie im Laufe ihres Werdegangs von der Grundschule bis zur Universität gesammelt hatte. Das Fazit war ernüchternd, nämlich dass in dem Schulwesen sowohl damals als auch heute Vorurteile und teilweise rassistische Muster innerhalb der Lehrkräfte vorhanden sind. Nach ihrer Auffassung gehörte es zu den Gründen, warum viele Kinder mit afrikanischem Migrationshintergrund an sich selbst nicht glaubten und im schlimmsten Fall die Schule aufgegeben haben. Sie erzählte von Geschichten, die sie selbst und ihre Kinder erlebt hatten und gab den Eltern in dem Saal Mut.

Nach ihrer Rede ermutigte sie die Kinder im Podium, sich in der Schule anzustrengen, gute Noten zu haben und sich von den Eltern unterstützen zu lassen. Sie sah in den Kindern die Elite Deutschlands und erhofft sich, dass in den kommenden Jahren aus diesen Kindern beispielerweise Anwälte, Ärzte und auch Handwerker heranwachsen.

Die Rednerin bedankte sich anschließend für die Einladung und wünschte dem Afrikanischen Preis fürs Wissen alles Gute für die Zukunft.

Nach der Rede der Dr. Pierrette Herzberger-Fofana war es Zeit für die erste Pause, in der die Gäste im Foyer etwas für ihr leibliches Wohl bekamen und sich austauchen konnten.

Nach der Pause war es Zeit für das erste Quiz des Abends. Während dem Quiz haben Kinder die Möglichkeit, Fragen zu beantworten und Punkte zu sammeln. Das Kind, das die meisten Punkte gesammelt hatte bekam einen Preis. Die Fragen waren in 3 Gruppen unterteilt: „Deutschland“, „Logik und Kopfrechnen“, „Allgemeinwissen“. Bei dem ersten Quiz durften Kinder bis 10 Jahre teilnehmen. 14 Kinder traten mit viel Spaß und Ehrgeiz gegeneinander an aber wie bei jedem Wettbewerb konnte nur einer der Gewinner sein.

Nach dem Quiz kam die zweite Gastrednerin zu Wort, Frau Christelle Alves, Grundschullehrerin. Sie ist mit 7 Jahren mit ihren Geschwistern nach Deutschland gekommen und hat somit ihre gesamte Schullaufbahn in Deutschland absolviert. Sie teilte dann ihre Erfahrung seit dem Ankommen in Deutschland mit dem Publikum. Sie erzählte, wie viel Schwierigkeiten sie hatte mit der deutschen Sprache und wie diese ihre gute Leistung in anderen Fächern beeinflusst hatte. Auch als sie anstatt zum Gymnasium zur Realschule orientiert wurde, spielte ihre Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache eine entscheidende Rolle. Die Tatsache, dass die Eltern kein Deutsch und somit sie nicht in der Hinsicht unterstützen konnten, wurde auch berücksichtigt.

Da sie aber ins Gymnasium wollte, strengte sie sich an und schaffte es letztendlich. Nach ihrem Abitur entschied sie sich dann, Lehrerin zu werden. Während ihrem Studium in lernten sie, dass Lehrkräften zwischen 2 Arten Kindern unterschieden: Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern und Kinder aus bildungsnahen Elternhäusern. Kinder aus bildungsnahen Elternhäusern wurden als gute Kinder betrachtet, da diese Kinder meistens mit gewissen Vorkenntnissen in die Schule kommen (z.B.: schon lesen und schreiben können) und die Eltern beschäftigen sich gut mit den Kindern. Bei den Kindern aus bildungsfernen Häusern ist es das Gegenteil und diese Kinder machen nur Probleme. Und in dieses Bild der Lehrkräfte gehören die Kinder mit afrikanischem Migrationshintergrund zu den Kindern aus bildungsfernen Häusern. Christelle Alves ermutigte die Eltern, sich intensiv mit ihren Kindern zu beschäftigen und sich nicht einzig und allein auf die Schule zu verlassen. Die Bildung sei eine gemeinsame Aufgabe der Schule und der Eltern. Sie ermutigte die Eltern mehr Zeit in die Kinder zu investieren (sowohl für Bildung als auch für außerschulische Aktivitäten) und zu berücksichtigen, dass Kinder unterschiedlich sind, verschiedene Bedürfnisse haben und sich unterschiedlich motivieren lassen.





Nach der Rede von Christelle Alves stellte sich das „African House“ vor. Das „African House“ ist ein Netzwerk von Afrikaner, die sich gegenseitig unterstützen wollen und die afrikanische Gemeinschaft vorantreiben wollen.


In diesem Netzwerk findet man Anwälte, Ärzte, Ingenieure Unternehmer, Lehrer und Handwerker. Das „African House“ belohnte sowohl Merlin Tonka als Initiator des afrikanischen Preis für Wissen als auch die Abiturienten/-innen im Jahre 2017 mit einem Preis.





Nach der Vorstellung des „African House“ ging es weiter mit dem 2. Kinder-Quiz des Abends.


In diesem Quiz durften Kinder ab 11 Jahre teilnehmen. Der Ablauf blieb der Gleiche aber die Fragen waren etwa schwieriger. Die Kinder konnten mit viel Spaß ihre Kenntnisse auf die Probe stellen. Am Ende des Quiz bekamen die Kinder mit den meisten Punkten Geschenke.

Kenntnisse auf die Probe stellen. Am Ende des Quiz bekamen die Kinder mit den meisten Punkten Geschenke.

Nach einer kurzen Pause war es soweit. Der Höhepunkt des Abends war gekommen, nämlich die Preisvergabe. In diesem Jahr haben sich 24 Kinder für den Preis qualifiziert. Im Jahr davor waren es noch 6 Kinder, die einen Preis erhalten hatten. Es war also eine großartige Entwicklung.

Die Kinder wurden nacheinander aufgerufen und erhielten Ihren Preis. Dabei wurden den Kindern ein paar Fragen gestellt und jedes Kind versprach, im nächsten Jahr wieder dabei zu sein.

Am Ende der Preisvergabe wurde ein Sammelfoto mit allen Gewinnern geschossen.

Der Abend war somit zu Ende. Nach ein paar Abschlussworten bedankte sich der Moderator nochmal für das zahlreiche Kommen und verabschiedete sich.

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